Der Norden

Aufgeregt, dass es weiter geht und gleichzeitig ein bisschen bedrückt, die Farm verlassen zu müssen, begann der erste Reisetag mit Sonnenschein.

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Früh aufstehen lohnt sich
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Shipwreck Bay

Unser Ziel war das nördlichste Ende Neuseelands, aber der Weg führte uns erst über den 90-Mile-Beach. Tatsächlich ist er nur 55 Meilen lang aber es hört sich besser an und lockt somit bestimmt auch mehr Touristen. Allerdings nicht im Winter und so hatten wir den ganzen Strand für uns und ich kann euch wiederholt die freudige, aber langweilige Mitteilung machen, dass wir auch diesmal mit Vanna nicht im Sand stecken geblieben sind.

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Wir sahen jede Menge Kadaver, zumeist welche von Robben oder Vögeln, aber beeindruckend war der wenig verbliebende Rest einen Wals. Ich bin mir nicht sicher, welcher Körperteil angeschwemmt wurde, aber es muss ein riesiges Tier gewesen sein.

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Irgendwelche Vorschläge zum Körperteil?

Nur eine einzelne lange Strasse führt hoch zur Nordspitze Neuseelands. Anstatt diese komplett zu fahren, kann man sich entscheiden, einen Teil über den 90-Miles-Beach zu fahren.

Map

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Das Cape Reinga, mit dem obligatorischen weißen Leuchtturm, ist die nördlichste Spitze Neuseelands. Hier trifft die Tasmansee auf den Pazifik.

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Wir sind drei mal näher am Südpol als bei euch
Wir sind drei mal näher am Südpol als bei euch

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Nach der Besichtigung machte Sebastian von dort aus die Wanderung zu unserem Campingplatz während ich hin fuhr. So stand ich 10 Minuten später alleine auf dem Platz direkt am Meer und fühlte mich merkwürdig. Die Aussicht, 3 Stunden (solange war die Wanderung angeschlagen) vollkommen alleine zu sein, ohne Seb’s ständiges Summen im Ohr, verwirrte mich nach den vielen Tagen, die wir ohne Pause zusammen verbracht hatten. Aber er schaffte den Weg schon innerhalb einer Stunde.

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Sebastian hat die Vermutung angestellt, dass Tracks, die an extrem touristischen Orten liegen, wesentlich höher getimt werden und so weiß man nie genau wie lange man für eine Route tatsächlich braucht.

Die nächste Wanderung, der Te Werahi Beach Track war die Beeindruckendste bisher. Sie führte uns innerhalb kurzer Zeit (4 Stunden) durch Wald, Sumpf und Dünen, über Wiesen, Sandwüsten und über Gestein, dessen Farbschattierungen von senfgelb, über ocker bis zu Karmensin-Rot reichte. Man fühlte sich wie in einer anderen Welt. Wo war plötzlich dieses saftig-grüne Neuseeland hin?

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Nach der Nordspitze ging es an der östlichen Küste Richtung Süden entlang. Bei einem Abstecher auf die Karikari Peninsula wurden wir nach dem kurzen Aufstieg auf den Puhiki Hill mit einem grandiosen Ausblick belohnt.

Die Maitai Bay liegt am östlichen Ende der Peninsula und ist auch schön.

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Die Bay of Islands wurde uns empfohlen, war aber durch die hohen Erwartungen etwas enttäuschend. Es ist eine lange Bucht, der viele kleine Inseln vorgelagert sind und zweifelsohne wunderschön, aber wir sind inzwischen zu verwöhnt und konnten den Hype nicht verstehen. Der Aufstieg auf St. Paul’s Rock war trotzdem gut.

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Mit der Fähre setzten wir bei Pahia nach Russell über, besuchten den Tapeka Point, aßen Pommes und setzen uns vor eine free WIFI Zone. Was für ein Luxus!

Die geplante nächste Woofing-Stelle war nicht mehr weit und bis auf einem kleinen Abstecher zu den Waipu Caves, in der wir tausende Glühwürmchen beobachten konnten, fuhren wir ohne weitere Stationen weiter.

Liebste Grüße, eure Nadine.

2 Replies to “Der Norden”

  1. Wieder sehr schöne Fotos, unterlegt mit einem orginellem Text. Ihr solltet eine Gebühr nehmen für den Blog. Euch weiterhin eine gute Zeit mit vielen tollen Erfahrungen und Eindrücken…

    Liebe Grüße
    Andreas

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