Haus am Strand

Zweieinhalb Wochen verbrachten wir mit Jodie, Stu und ihrem zweijährigen Sohn Reef in Ohope direkt am Meer. Wir halfen überwiegend mit der Renovierung der unteren Etage und sind jetzt einige Erfahrungen reicher. Sebastian konnte zum Beispiel viel mit Holz arbeiten und hat mitgeholfen den neuen Kleiderschrank zusammen zu zimmern, während ich nun ziemlich gut im malern bin.

DSC04663

Jodie und Stu sind tolle Gastgeber. Das Essen war immer lecker und wir konnten viele gute Gespräche führen. Das Lachen von Jodie ist einmalig und ich muss immer grinsen, wenn ich mich daran erinnere. Stu vertreibt beruflich Bier und Spirituosen für eine große neuseeländische Brauerei und ist Weinliebhaber. Sebastian konnte so jeden Tag ein anderes Bier testen. Er war quasi im Paradies aber auch an guten Wein und Cider mangelte es nicht. Wir hatten Tränen in den Augen, als wir Ouzo im Schrank entdeckten. Ihr müsst wissen, dass wir in Deutschland immer eine Flasche dieses vorzüglichen Schnapses im Kühlschrank hatten und haben ihn seit unsere Abreise immer wieder vermisst (besonders nach einem reichhaltigen Essen). Jetzt braucht meine Leber auf jeden Fall mal eine Pause.

In der freien Zeit spielten wir mit den Hunden Sushi und Cezna, kochten Rotkohl (die Neuseeländer finden es immer ganz köstlich) und vor allen Dingen bespaßten wir Reef. Wir wurden nicht müde mit dem Kleinen “HoppeHoppeReiter” und “Kommt ein Mann die Treppe hoch…” zu spielen und ihn durch die Gegend zu tragen. Dafür wurden wir aber auch mit Lachen, Umarmungen und Küsschen belohnt. Er war aber auch ein Herzchen.

DSC04688
Reef

Der Strand war schön, einsam und lag direkt vor der Tür, doch waren wir nicht so oft dort, wie man es erwartet. Das Wetter war meist sonnig und warm aber das Meer war zum schwimmen eindeutig zu kalt. Nicht, dass wir es nicht versucht hatten. Die 15 Grad Wassertemperatur machte es dennoch zu einen sehr kurzen Vergnügen und wir beließen es bei einem Spaziergang oder wir fuhren mit den Beachcrusiern über den Strand und aßen HokeyPokey-Eis in der Sonne.

DSC04677

Wir liefen den Kohi Point Scenic Walk, der von Whakatane über einen kleinen Berg nach Ohope führt.

DSC04612

2015-09-25 13.05.40_klein
Wir wurden zum Motiv einer anderen Fotografin

Einen anderen Tag nahm uns John, Jodie’s Vater, auf seinen Boot zum Fischen auf offener See mit. Der Tag begann für uns in der Früh, denn gegen 7.30 waren wir schon auf dem Wasser und fuhren der aufgehenden Sonne entgegen. Es schien ein vielversprechender Tag zu werden. Man steht mit heißem Kaffee und einen Schokoladenkeks an Deck und geniesst die Aussicht.

Als sich die Bucht ins offene Meer öffnete, wurde der Wellengang stärker, und das Gaspedal ordentlich durchgedrückt. John und sein Kumpel hatten sich eine Stelle etwa 30 km entfernt ausgesucht, um die Angeln auszuwerfen und bis dahin wurde mit Affenzahn über die Wellen gebrettert. Kaffee wurde verschüttet und meine vorsorglich eingeworfenen Reisetabletten haben zu wirken angefangen.
Vor White Island, die einzige in Neuseeland aktive Vulkaninsel, schmissen wir schließlich die Anker aus.

White Island
White Island

Das war auch der Zeitpunk, in dem mir richtig schlecht wurde. Es ist ja nicht so, dass das Boot durch die Wellen nur nach oben und unten wackelt. Nein, es ist etwa so: links/unten, rechts/oben, hinten/unten, wieder rechts/oben, links/quer und somit absolut unvorhersehbar. Ich habe zum ersten Mal die Fische angefüttert und der Albatros hat mich bestimmt ausgelacht oder auf mehr gewartet.

HAHA!
HAHA!

Seb half derzeit mit, die Angeln mit Ködern zu bespicken und hat dann mit mir den Horizont angestarrt. John, der öfter seekranke Woofer auf seinen Boot hat, gab mir den Tipp, mich in die Kajüte auf die Matratze zu legen. Das soll gegen die Übelkeit helfen aber es war mir nicht gegönnt, die zwei Meter zum Bett zu schaffen. Ich musste mich wieder übergeben. Diesmal aber zumindest soweit, dass mein Magen (inklusive der zweiten runtergewürgten Reisetablette) komplett leer war. Der Albatros hat nichts mehr davon mitbekommen; hatte scheinbar keine Geduld. In der Zwischenzeit holte Seb den ersten Fang rein und beim Harkenlösen wurde ihm schlecht.

Er schaffte es frühzeitig in die Kajüte und legte sich schlafen. Ich tat dasselbe, aber woanders: ich saß auf der Kühlbox mit dem Gesicht an der Schiffswand. Ganze 4 Stunden lang. John gab mir irgendwann in der Zwischenzeit ein Kissen. Ich hatte einen fetten Sonnenbrand auf der linken Gesichthäfte, als mich Seb schließlich weckte und es schaffte, mich rein zu bugsieren. Ich schlief selig weiter.

DSC04643

Ich hatte zwar keinen Anteil daran, aber der Ausflug war ein voller Erfolg. Insgesamt wurden um die 35 Fische gefangen. Ein paar sehr schmackhafte Tarakihi, aber auch ein paar Makrelen, die von John normalerweise als Fischköder benutzt werden, die wir dennoch räucherten und sie waren ausserordentlich köstlich. (Johns Aussage: Ihr Europäer esst auch alles!”)

Wir nutzen den Aufenthalt und ließen bei Vanna die kaputte Kupplung und was an der Radaufhängung austauschen. Es war seit dem Kauf die zweite kostspielige Reparatur, aber wir hoffen, dass wir sie dadurch am Ende für gutes Geld wieder verkauft bekommen. Ausserdem geniessen wir das Reisen mit Ihr und sie ist in Neuseeland unser Zuhause.

Nach den 16 Tagen am Meer mit vielen Sonnenstunden haben wir ordentlich an Farbe zugelegt und waren tiefenentspannt. Der Sommer kommt immer näher, die Tage werden wärmer. Also Zeit weiter zu ziehen.

Lasst euch den Herbst nicht vermiesen. Liebe Grüße! eure Nadine

4 Replies to “Haus am Strand”

  1. Hihi, sehr schön. War noch nie seekrank, aber auch noch nie auf nem Schaukelbötchen. Macht uns weiter neidisch und genießt die Zeit… Nun ja, das macht ihr anscheinend 🙂

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *