Hallo Südinsel!

Mit Wellington endete unsere Entdeckungstour der Nordinsel und mit Vorfreude bestiegen wir die Fähre, die uns auf die Südinsel bringen sollte. Schließlich schwärmt jeder Kiwi und jeder Tourist wie viel beeindruckender die Insel landschaftlich ist.

Auf der Südinsel leben mit 1 Millionen Menschen grob nur ein Viertel der Neuseeländischen Bevölkerung obwohl sie 40.000 km² größer ist.

Die Fähre benötigt etwa dreieinhalb Stunden für die 35 km breite Cookstraße. Um die kleine Fährhafenstadt Picton zu erreichen, führt die Strecke durch die fjordähnlichen Marlborough Sounds.

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Tschüss Wellington, tschüss Nordinsel
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Picton

Wir werden die Insel wahrscheinlich gegen den Uhrzeigersinn bereisen und so übernachteten wir die erste Nacht an der Moetapu Bay um einen kleinen Teil der schwer zugänglichen Marlborough Sounds direkt am nächsten Tag erkunden zu können.

Unser “Hintergarten” an der Moetapu Bay für zwei Nächte:

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Ein Boot ist hier die einzige Möglichkeit um die vielen kleinen (Halb-)Inseln zu erkunden und das hatten wir leider nicht zu Verfügung. Aber Wandern geht immer; also hoch auf die nächste Erhebung und die Aussicht geniessen!

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Fast einzigartig auf der bisherigen Reise wechselten Seb und ich die Rollen und ich wanderte bei Cable Bay, während er in Vanna ein Mittagsschläfchen hielt.

Weiter Richtung Nord-Westen besuchten wir viele kleinere Sehenswürdigkeiten. Wir spazierten durch Regenwald, besuchten die Rawhiti Cave und die Wainui Falls (Sebastian nahm dort ein eiskaltes Bad; ich wurde von Sandfliegen gebissen – dazu später mehr).

Regenwald im “The Grove”-Park bei Takaka:

Rawhiti Cave:

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In Nelson (50.000 Einwohner) gab es den ersten größeren Supermarkt nach Ankunft auf der Südinsel, also deckten wir uns mit jede Menge Lebensmittel und vor allen Dingen mit mehr Bier und Wein ein, da die Ortschaften je weiter wir Richtung Norden kommen nur kleiner werden würden.

In Motueka gab es dafür wieder ordentliches Roggen-Sauerteig Brot und gestärkt fuhren wir in das nördlicher gelegende Marahau.

Hier beginnt einer der neun Great Walks von Neuseeland: der Abel Tasman. Er führt hauptsächlich an der Küste entlang durch den gleichnamigen Nationalpark. Obwohl der Reiseführer unseres Vertrauens den Wanderweg nicht empfohlen hat (der Weg soll mit Touristen überfüllt sein!) wollten wir zumindest eine Tageswanderung auf dem Trek machen. Und was hätten wir alles verpasst! Die Strecke führte an der Küste mit stetigen tollen Ausblick aufs Meer entlang und der Pfad war er angenehm breit, sodass wir ausnahmsweise mal auch nebeneinander gehen konnten und wir (also hauptsächlich ich) stolperten nicht ständig über Wurzeln. Vielleicht liegt es daran dass die Hauptsaison erst noch kommt, denn obwohl uns wirklich verhältnismäßig viele Menschen entgegen kamen, fühlten wir uns nicht auf die Füsse getreten. Richtig super war, dass wir nach etwa 10km den ganzen Rückweg barfuss am Strand zurücklegen konnten. Das war ein schönes, gutes Peeling.

Auf dem Weg zu unserer Übernachtungsmöglichkeit schauten wir uns die Quelle des Riwakas an. Ich empfinde Orte, an denen Quellen entspringen, immer als etwas besonders Besonderes.

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Der in der nähe liegende Campingplatz entpuppte sich als eine idyllisch gelegende Wiese, die zu einem abendlichen Picknick einlud. Also wurde das gute Brot, Butter und Salat ausgepackt und Bacon und Ei abgebraten. Yummy! Das neu erworbende Schachspiel unterhielt uns bis … ja bis die Sandfliegen uns entdeckt hatten, uns als leckeren Abendbissen erkoren und wir zurück in den Van flüchteten.

So und nun zur angekündigten Charakteristik der Sandfliege und damit verbundenen Kriegserklärung:

Die Sandfliege, auch bekannt als Sandmücke und oft bezeichnet als “du dreckiges Miststück” ist ein blutsaugendes Insekt, dass mit Vorliebe und auch hauptsächlich in die Füsse und wenn es nicht anders möglich ist, in die Beine sticht. Des weiteren ist das Insekt auch sehr klein, unauffällig schwarz und macht keine hörbaren Geräusche um sich anzukündigen, was zu einer ausserordentlichen Steigerung der Beliebtheit einer normalen Stechmücke geführt hat. Der unerträgliche Juckzyklus verläuft wie folgt: Der Gestochene bemerkt den Blutraub und die Injektion des Sandfliegenspeichels oft erst bei der Bemerkung des aus der Haut dringenden Blutstropfens und in böser Vorahnung verfällt dieser meist in eine kurzfristige Depression in der Ahnung der bevorstehenden Juck-Qualen. Der um den Verstand bringende Juckreiz tritt allerdings erst am nächsten Tag, oft kurz vor dem Aufstehen ein. Die Stiche schwellen bei jeglichen Kontakt (z.B Stoff, Fingernägel,…) weiter an und proportional vergrößert sich der Wunsch nach Amputation der jeweiligen Gliedmaßen. Zumeist hält der Juckreiz die folgenden Tage parametrisch an und ist nach spätestens zwei Wochen abgeklungen. Angepriesene Hilfs- und Schutzmittel wirken oft gering bis gar nicht. Da die Sandfliege relativ langsam ist, wird man nur bei stetiger Bewegung für sie so gut wie unerreichbar.

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Kleines dreckiges Miststück

Meine Psyche litt bei der stetiger Angst vor dem nächsten Sandfliegen-Stich ein wenig, aber im Endeffekt kann man hier auch nur damit durchkommen: Augen offen und durch und bei Abenddämmerung in den Van verkrümeln. Wie auch immer, die Reise Richtung Norden ging weiter und die Landschaft wurde wieder einmal sehr eindrucksvoll. Unser Weg führte an der Golden Bay entlang, dessen Gezeiten den Wasserstand um ganze 5 m beeinflusst. Das heißt nordseemäßige Wattlandschaft. Am äußersten Norden der Südinsel hat sich eine gewaltige, gut 32 km lange Landzunge, dem Farewell Spit, gebildet, die wie ein Kiwischnabel aussieht.

Farewell

Die eine Wanderungen die wir dort machten führte durch typisches Farmland, aber hauptsächlich durch Dünen und am Strand entlang.

Nach der anstrengenden Wanderung durch den Sand, fielen uns abends schnell die Augen zu aber den Sonnenuntergang haben wir zum Glück nicht verpasst.

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Blick aus dem Schlafzimmer

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Die andere Wanderung, die wir entlang dem Cape Farewell machen, war durch die Klippen landschaftlich wieder eine Abwechslung und erinnerte uns stark an unsere Wandertour in South-West England.

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Die Sandzunge ist Farewell Spit

Die Whanganui Bay Road ist eine Schotterstrasse, die entlang der nördlichen Westküste führt. Wir folgten ihr etwa 40 km und genossen die Abgeschiedenheit.

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Die zwei Wanderungen, die wir machten, waren landschaftlich toll aber man merkte, dass sie weit ab vom Tourismus lagen. Die Pfade waren mit bis zu den Achseln hohem Graß zugewuchert und man konnte sich teilweise nur schwer dadurch den Weg bahnen. In Sebastians Worten: “Ein echtes Abenteuer”. In meinen Fall zeigten meine Beine nach den ganzen Kratzern Abwehrreaktionen, brannten wie Hölle und sahen den Rest des Tages ganz fürchterlich aus. Aber sah ja niemand.

Lake Otuhi Track:

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Aussicht vom Knuckle Hill Track:

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Schließlich fuhren wir zurück Richtung Motueka, in der Nähe erwartete uns unser nächster Woofinghost.

Schiffsfrack bei Motueka
Schiffsfrack bei Motueka

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Beste Grüße, fröhliche Vorweihnachtstage und sandfliegenfreie Zeit

wünscht eure Nadine

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