Was zuletzt geschah…

Unser vermeintlicher Käufer von Vanna in Christchurch meldete sich plötzlich nicht mehr und unsere Geduld, dort auf weitere Interessenten zu warten, war erschöpft. Also trat unser Plan B in Kraft: Zurück auf die Nordinsel, denn dort leben drei Viertel der Neuseeländer und dadurch ist der Markt deutlich größer.

Wir hatten aber keine Eile und nahmen ein paar Sachen auf den Weg nach Norden mit.

Wir machten eine Wanderung zur Raikaia Gorge, die im Inland westlich von Christchurch liegt und fuhren an der Küste eine Scenic Route, die an Port Robinson sowie einigen kurios geformten Sandsteinfelsen, ähnlich den Clay Cliffs vorbeiführt.

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Raikaia Gorge
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Sandsteinfelsen auf der Scenic Route

Der kleine Küstenort Kaikoura ist für drei Sachen bekannt: Jede Menge Seehunde, Schwimmen mit frei lebenden Delfinen und Whale-Watching. Ich war hin- und hergerissen, schließlich wollte ich schon immer mal mit Delfinen schwimmen. Allerdings hatte ich bei meinen letzten Boot-Aufenthalt auf dem  Meer, sagen mal so, die Fische gefüttert. Der Gedanke hat mich sosehr abgeschreckt, dass ich mich letztendlich dagegen entschieden habe. Ich Weichei! Und ich bereue es jetzt schon, aber sollte ich jemals wieder her kommen…

Die Seehunde hatten meine trübsinnigen Gedanken aber schnell wieder vertrieben. Während sich die Seehund-Mütter in der Sonne aalten, spielten haufenweise Heuler in kleinen Pools. Da kann kein Zoo der Welt mithalten.

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Ich zähle 19 Seehunde 😉 Davon sind sechs Babys.

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Die Sawcut Gorge konnten wir leider nicht besuchen, weil die Strassenverhältnisse auf dem Weg irgendwann für Vanna zu schlecht wurden. Aber bis wir umkehren mussten, gab es immerhin schöne Ausblicke.

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Wie ihr seht, ist es hier auf der Nord-Ostseite der Südinsel ziemlich trocken und braune Weideflächen erstreckten sich trostlos bis nach Blenheim. Es war im Auto heiß und stickig und die Strecke wirklich deprimierend. Es gibt keine Bilder davon, aber das war mit Abstand der unschönste Abschnitt in ganz Neuseeland. Möglicherweise ist er im Winter netter.

In Blenheim schauten wir uns “The Revenant” im Kino an (empfehlenswert) und am vorletzten Tag auf der Südinsel fuhren wir die malerische Küstenstrassee in den östlichen Marlborouh Sounds bis kurz vor Picton. Das entschädigte auf jeden Fall die deprimierende Fahrt vom Vortag.

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Auf den Weg in die Marlborough Sounds

In Picton ging es schließlich auf die Fähre nach Wellington und es hieß Abschiednehmen von der Südinsel.

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In Wellington besuchten wir Freunde, genossen zusammen ein paar Bier und am nächsten Tag ging es über die bisher nicht erkundete Westküste zurück nach Auckland. Wir ließen uns ein paar Tage Zeit, fuhren trotzden jeden Tag mindestens hundert Kilometer. Ein ziemlich schnelles Tempo für uns 😉

Bei Whanganui wanderten wir im Nationalpark den Skyline Track, der uns den ganzen Tag über die Rücken eines Vulkankraters führte. An dem Tag standen die Wolken leider ziemlich tief und die meisten Aussichten wurden uns verwehrt aber die Wälder sind hier wundervoll.

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Dazu muss mal gesagt werden, dass, obwohl viele die Südinsel wegen den Südalpen, den Gletschern usw. empfehlen, wir definitiv Fans der Nordinsel sind. Keine Frage, Mt. Cook ist unglaublich beeindruckend, aber wenn man die beiden Inseln in Gänze betrachtet, haben wir die immergrünen Hobbit-Hügel, die vielseitigen Wälder und die Black Sand Beaches der Nordinsel lieben gelernt.

Auf den Weg wollten wir auf jeden Fall den Mount Taranaki im Egmont National Park besuchen. Dieser relativ junge Vulkan ist 2518 m hoch und hat die vollkommende Form eines Spitzkegels. Er beeindruckt noch mehr dadurch, dass er umgeben von flachen Grasland, vollkommen alleine steht. So erkennt man ihn schon aus einigen Kilometern Entfernung.

Natürlich juckte es in unseren Fingern oder eher unseren Zehen, den Berg zu besteigen, denn die Aussicht muss zweifelsohne fabelhaft sein. Aber 8-10 Stunden Auf,- und Abstieg mit 1500 Höhenmetern schreckte uns zum Schluss dann doch ab. Dafür übernachteten wir auf knapp 1700 m Höhe und konnten am nächsten Morgen einen Sonnenaufgang über den Wolken betrachten.

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Gipfel des Mt Taranaki

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Der Waitomo District ist für überteuerte Höhlen-Touriangebote wie zum Beispiel Touren zu Glühwürmchen, Blackwater-Rafting, und Höhlenklettern bekannt. Da wir Höhlentouren und Glühwürmchen schon umsonst gesehen hatten, besuchten wir die andere kostenlose Sehenswürdigkeiten in der Umgebung.

Im Ruakuri Reserve gibt es einen tollen Rundwanderweg, der abenteuerlich über, an und durch Höhlen führt. In einer Höhle haben wir den Fehler gemacht und nach oben geleuchtet. Die Spinnen, die über uns saßen waren bestimmt handtellergroß. Und ich rede hier nicht von Welchen mit kleinen Körpern und einfach langen dürren Beinen, nein, die Dinger waren riesig und richtig fies. Es gibt keine Beweisphotos, wir hatten es viel zu eilig.

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Die Mangapohue Natural Bridge ist eine natürlich entstanden 17 m hohe Brücke aus Sandstein. Sie wurde vom Mangapohue Stream geformt und entstand durch ein ehemaliges Höhlensystem. Man fühlt sich ziemlich klein, wenn man darunter steht.

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Die letzte Station in der Region war der Marokopa Fall. Einer der schönsten Wasserfälle, die wir in Neuseeland gesehen haben.

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Abends wollte wir nach dem ereignisreichen Tag den Grill für ein paar Würstchen anschmeissen. Die Würstchen-Sorte wird hier massenhaft verkauft. Manchmal gibt es die sogar im 50er Pack, also müssen die Kiwis ja ziemlich drauf stehen und was soll man sagen, sie waren unglaublich ekelhaft. Sowas habe ich noch nie gegessen. Möglicherweise hätte uns der Inhalt schon abschrecken müssen, denn er bestand aus 4 verschiedenen Fleischarten (Rind, Schwein, Lamm und Hirsch) aber das Frustrierendste war die Konsistenz. Von aussen sahen die orange-gelblichen Würstchen nach ziemlich langer Zeit auf dem Grill irgendwann doch noch appetitlich aus, aber von innen war die Füllung butterweich und wurde nicht härter. Das hat unseren Grillabend definitiv versaut. Zum Glück gab es genug Wein 😉

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Zurecht skeptisch!

Am nächsten Tag kamen wir in Hamilton, der siebtgrößten Stadt des Landes, an. Da wir uns aus den neuseeländischen Städten nicht viel machen, gab es nur eine Sache, die wir uns anschauen wollten: Der Botanische Garten.

Die Hamilton Gardens haben uns total überwältigt. Er war so interessant und vielseitig aufgebaut, dass wir dort ein paar Stunden herumliefen. Es gab unter anderem einen Bereich, der den Gärten verschiedener Länder nach empfunden ist.

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Photoshooting in Japan nach der Art chineschischer Touristen
Japan
Japan
Italienische Renaissance
Italienische Renaissance

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Italienische Renaissance
Italienische Renaissance
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Maorischer Garten mit einer ziemlich beeindruckenden Kumara-Ernte

Und sogar ein phantastischer Garten mit Pan, Sagenfiguren und Alice im Wunderland

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Ein Garten führte uns zu unsere Hauptreiseziel auf der Rückreise nach Deutschland, denn unser Visumsantrag wurde heute gestattet:

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Habt ihr es erkannt? Genau, Indien!

Diese Woche ist unsere wirklich letzte Wochen in Neuseeland. Wir haben am Wochenende einen Käufer für Vanna gefunden und befinden uns gerade in der Transaktion. Und unsere Pläne stehen bereits: Vorm Wochenende werden wir voraussichtlich für eine Woche nach Brisbane fliegen, dann gibt’s einen einwöchigen Aufenthalt in Bangkok, weil unsere letzter Aufenthalt ja eine Katastrophe war und wir der Stadt eine zweite Chance geben und dann geht’s für zwei bis drei Wochen nach Indien. Das wird superaufregend und uns erwartet bestimmt ein weiterer Kulturschock. Wir freuen uns drauf.

Ach ja, meinen Geburtstag haben wir wieder beim Whatipu Beach in den Waitakere Ranges bei Auckland verbracht. Es war unser erstes Ausflugsziel aus der Stadt heraus, als wir im Mai letzten Jahres Neuseeland betreten haben und wir waren damals  von der Schönheit dieses Ortes ergriffen. Nun wollten wir nach den zahlreichen Naturwundern, die wir hier gesehen haben, herausfinden, wie der Ort jetzt auf uns wirkt. Uns was soll ich sagen, er ist immer noch fantastisch, wohlmöglich sogar mein Lieblingsort.

Jetzt gab es doch viel mehr zu erzählen, als ich vermutet habe! Und auch wenn sich unser Aufenthalt hier zum Ende neigt, freuen wir uns auf unsere Heimreise, auf euch und die Heimat. Dort gibt es dann neue Abenteuer.

Allerliebste Grüße, wir sehen uns im Mai, eure Nadine

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