Thailand

Sorry, das wir euch solange auf dem Trockenen haben sitzen lassen, aber Thailand empfing uns mit einer Prise gutgemeintem Horror. Wir kamen am 19.3 im schwül-heissen Bangkok an und ich wurde mit einer schönen Mandelentzündung und Sebastian mit einer sich bis heute ziehenden Erkältung beglückt. Mit der Krankheit und der unbarmherzigen Hitze hatten wir beide Probleme und so blieb uns tagsüber leider meist nichts anderes übrig als in unserem Zimmer dahin zu brüten. So haben wir leider bis auf die direkte Nachbarschaft kaum etwas von Bangkok mitbekommen. Da wir ziemlich günstig im touristischten Viertel wohnten, blieb uns das wahre Bangkok verschlossen. Ein paar Bilder gibt es trotzdem.

Aber von der Schwühle und dem hektischen Treiben genervt, entschieden wir uns die Reise in den Süd-Westen Thailands anzutreten. Unser nächstes Ziel war Koh Lanta, eine Insel, die in der Andamanensee liegt. Mir ging es nach der Einnahme von Antibiotika schon wesentlich besser und Sebastian traute sich die lange Reise zumindest zu. Aber da wussten wir noch nicht wie anstrengend diese wird: Wir mussten 4 Stunden auf den Zug warten, verbrachten 12 Stunden im überklimatisierten Zugabteil, fuhren 1,5 Stunden mit einem Stadtbus, 3 Stunden mit einem überhitzen Reisebus und nochmals 3 Stunden in einem überfüllten Minivan. Von anderen Wartezeiten fange ich gar nicht erst an. Das muss man den Thais lassen, sie sind die Gelassenheit in Person. Aber die Aussicht auf einen Szenenwechsel gab uns den Anreiz, das alles zu durchzustehen. Und es hat sich gelohnt. Halleluja.

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Nach dem Stress in Bangkok war Koh Lanta eine angenehmer Szenenwechsel. Wir hatten uns übers Internet eine gemütliche, allerdings ziemlich einfache Bambushütte gemietet. Mit Wasserkocher, Toaster und Kühlschrank schon die Luxusedition! Den Letzteren konnten wir so mit Bier und Wassermelone und allem was das Herz begehrt füllen. Dafür stand die Toilette ohne Spühlkasten mitten im bad und die Spülung bestand aus einem Eimer voll Wasser. Aber das war nur eine kurze Irritation, an die wir uns schnell gewöhnten. Unser Fazit ist, dass man auf Spülkästen auch verzichten kann und ein Eimer zum duschen reicht. An die Ameisen und Kakerlaken hingegen kann man sich nicht gewöhnen. Die kleine Katze die wir uns angelacht hatten und für die wir ab dem zweiten Tag immer eine Schüssel Katzenfutter bereitstehen hatten, half gegen das Problem leider wenig. Sie jagte lieber Geckos, die vor Schreck ihre Schwänze in unserem Bungalow abwarfen. Wer weiss wohin.

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Bald kam auch das erste Gefühl von Urlaub auf. Der Strände Koh Lantas sind mit Palmen gesäumt, das Meer badewannenwarm und kristallklar und der Sand ist weiss und fein wie Puderzucker. Hier und da gibt es ein paar Strandbars, die mit Cocktails und Loungemusik für Erholung sorgten. Da wir in der Nebensaison angereist sind, ist die Insel verhältnismäßig ziemlich leer. Einen Strandabschnitt teilt man sich meist mit nur einer Handvoll anderer Menschen. Die Sonnenuntergänge waren jedes Mal ein Highlight und die anschließende blauen Stunde wunderschön.

Nachdem wir uns etwas aklimatisierten, mieteten wir uns für 2 Tage einen Roller und erkundeten damit die ganze Insel. Unser netten Bungalownachbarn, Georgi und Jan aus Dresden, haben uns bei der ersten Tour begleitet. Wir fuhren in die Landesmitte und ließen uns von einem Guide durch den tropischen Wald zum Eingang der Höhle Khao Mai Kaew führen – ziemlich schweißtreibend bei 35°C aber nicht so doll wie das was uns im Anschluss erwartete. Mit Stirnlampen auf den Köpfen ging es durch eine schmale Felsspalte und über improvisierte Bambusleitern und -stege unter die Erde, in die Finsternis. Die Luftfeuchtigkeit in der Höhle war noch um einiges höher als draußen und man hat kaum Luft bekommen – eine Spur Klaustrophobie ließ unsere Herzen echt klopfen. Wir begegneten handtellergrosse Spinnen, Fröschen und Fledermäusen, mussten an einer Stelle auch mal durch einen kurzen Schacht kriechen. Insgesamt waren wir eine Stunde in der Höhle und es war ein super Erlebnis. Zur Feier unserer Tapferkeit belohnten wir uns mit Fruchtcocktails und einem Sonnenbad in einer einsamen Bucht, in der wir unter Palmblätter die Nachmittagsonne verschliefen.

An einem anderem Tag erkundeten wir einen grossen Teil der restlichen Insel. Im Meer und auf dem Moped lässt sich auch die Mittagshitze gut aushalten

Das Essen ist hier sehr gut. Das Meiste wird frisch zubereiten und Gerichte mit rotem Curry, Pad thai oder frische süsse Früchte haben es uns angetan. Unser Magen sehnt sich trotzdem langsam nach richtigem “Western food”. Aber die Erfahrung hat uns schlauer gemacht und mit der nächsten Pizza warten wir besser bis wir in Sydney sind.

Was mir in Thailand generell nicht gefallen hat, war die Haltung von Singvögel in ziemlich kleinen Käfigen, die wie Windspiele an den meisten Vordächern hingen. Ein trauriges Schicksal, da der Vogel kaum Platz zum fliegen hat.

Gestern ging unsere Reise weiter. Von Koh Lanta starteten wir unsere Fahrt in einem überteuerten speedboot gen Süden. Aber man kann sagen was man will, Spaß hat es auf jeden Fall gemacht und eine Gruppe Delfine haben wir auch zu Gesicht bekommen. Wir machten Stopps auf verschiedenen tropischen Islands und wenn wir je wieder her kommen wird Koh Lipe auf jeden Fall ein Ziel sein. Ursprünglich hatten wir die Insel in der Reiseplanung mit drinne aber aufgrund unserem knappen Zeitplan weggelassen.

Nach der ganztägigen Reise kamen wir schließlich auf der malaysischen Insel Pulau Langkawi an. Im strömenden Regen! Auf der einen Seite ernüchternd auf der anderen Seite eine willkommene wetterliche Abwechsung. Auf der Fahrt zum Guest house sahen wir die ersten freilebenden affen. Erschöpft sind wir im Dunkeln angekommen, haben uns eine instant Nudelsuppe und Bier gegönnt, ein paar Leute kennengelernt und schließlich in Erwartung des folgenenden Tages ins Bett fallen lassen.

2 Replies to “Thailand”

  1. Wunderschöne Fotos, toller Bericht, ihr zwei – ich fühle mich als würde ich mit euch reisen 🙂 Liebe Grüße in die Ferne :-*

  2. Tolle Bilder! Hoffe ihr seit wieder fit für die nächsten Abenteuer! Grüße aus der alten Heimat!
    P.S. Schön das der Klospüleimer und die Trinkbecher die gleiche Farbe haben 🙂

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